Geschichte des Standortes Lenningser Straße

Im Jahre 1906 baute die damals noch selbständige Gemeinde Werve an der Mühlhauser Straße eine vierklassige evangelische Volksschule, die am 23.04.1906 eingeweiht wurde mit den markigen Worten: “Es stehe fest die Schule zu dem Volke, das Volk zu der Schule, die Schule und das Volk mit Gott für König und Vaterland!” Ein von Anfang an vorgesehener Erweiterungsbau konnte nicht an der Mühlhauser Straße aufgrund von inzwischen aufgetretenen Bergsenkungen errichtet werden; er wurde stattdessen 1935 an der Lenningser Straße ebenfalls als vierklassiges Gebäude hochgezogen. So mussten die Werver Schulkinder notgedrungen in zwei räumlich weit voneinander getrennten Gebäuden unterrichtet werden.

Foto Gebäude Lenningser Str.

In den Jahren 1966/67 wurde ein achtklassiger Neubau einschließlich Verwaltungsakt sowie eine Turnhalle neben das Schulgebäude von 1935 gesetzt und durch eine Pausenhalle miteinander verbunden. Gleichzeitig wurde die Nutzung der alten Werver Schule von 1906 an der Mühlhauser Straße aufgegeben. 1968 wandelte sich die bisherige Gemeinschaftsschule Werve von einer Volksschule alten Stils zu einer Grundschule, die nun den Namen “Schule in der Mark” führte. Die leer stehenden Räume wurden zu Anfang der 70er Jahre von der auslaufenden Hauptschule “Theodor- Heuss- Hauptschule” genutzt. In diesen Gebäudeteil zog 1983 die gerade im Entstehen begriffene “Sonnenschule” ein. Dabei handelt es sich um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache.

Der ständig wachsende Raumbedarf der “Sonnenschule” hatte zur Folge, dass 1986 die “Schule in der Mark”geschlossen werden sollte, obwohl sie damals von 142 Kindern besucht wurde. Der massive Dauerprotest der Elternschaft sowie der gesamten Werver Bevölkerung führte dazu, dass die Stadt Kamen ihre Schließungsabsichten aufgab. Allerdings wurde der Einzugsbereich der “Schule in der Mark” verkleinert, so dass sie nur noch einzügig überleben konnte.

Foto Spielplatz Lenningser Str.

Im Jahre 1990 wurden dann umfassende An- und Umbaumaßnahmen nötig, die dazu führten, dass zusätzliche Klassen- und Verwaltungsräume für die “Sonnenschule” geschaffen werden konnten. Inzwischen entwickelte sich  eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen, so dass gemeinsame Schulfeste, Schulgottesdienste sowie sportliche Aktivitäten durchgeführt werden konnten. Die ungünstige Lage am Ortsrand und ständig sinkende Schülerzahlen führten schließlich dazu, dass die “Schule in der Mark” nach 100 Jahren ihre Eigenständigkeit verlor. Im Jahre 2007 wurde sie mit der “Brüder- Grimm- Schule” in einen Schulverbund mit zwei Schulstandorten zusammengefasst, der heute den Namen “Astrid- Lindgren- Schule” trägt.

Quelle: Wolfgang Stäubler (Schulleiter der “Schule in der Mark” von 1985- 1999)

Die Schulkonferenz der Astrid-Lindgren-Schule trat  im Juni 2014 mit dem Wunsch an die Elternschaft der Lenningser Straße sowie die Stadtverwaltung der Stadt Kamen heran, man möge den Teilstandort zum Schuljahreswechsel aufgrund von zu geringen Schülerzahlen schließen. Die noch verbleibenden zwei Klassen sollten stattdessen in Zukunft an der Stammschule an der Westfälischen Straße beschult werden. Mit ihrer Entscheidung für die Schließung des Teilstandortes gab die Stadtverwaltung dem Antrag der Schulkonferenz statt.
Am 14. 07.2014 verabschiedeten sich Schüler, Eltern und Lehrer bei strahlendem Sonnenschein mit einem Sommerfest gebührend von ihrem Standort.